Jesaja-Andacht "to go", 2. Sonntag nach Trinitatis, 21. Juni

2. Sonntag nach Trinitatis
21. Juni 2020, Gottesdienst


Kerze anzünden - Stille

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.    2. Korinther 13,13

Gebet

Gott, ich bin hier (wir sind hier) allein – und doch durch deinen Geist mit anderen verbunden. Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, du bist bei uns. Umgib uns mit deiner Gegenwart, durchdringe uns mit deiner Liebe und erfülle uns mit deiner Kraft, Amen.


Lesung: Matthäus 11, 28-30

Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.


Lasten tragen – Lasten ablegen

Jesus sagt: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Jesus sagt – und jetzt verwende ich die Übersetzung der Basisbibel – „Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Bei mir werdet ihr Ruhe finden. Nehmt das Joch auf euch, das ich euch gebe. Lernt von mir: Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab. Dann wird eure Seele Ruhe finden. Denn mein Joch ist leicht. Und was ich euch zu tragen gebe, ist keine Last.“

Bei Jesus dürfen wir einfach sein. Jeder darf der sein, der er ist. Oder die sein, die sie ist. Alt oder jung. Mutig und verwegen oder schüchtern und ängstlich. Voller Kraft und Saft oder verzagt. Krank oder gesund. Voller Vertrauen oder voller Zweifel. Frisch verliebt oder auf der Suche nach Liebe. Voller guter Ideen, wie die Welt besser werden kann oder voller Schuld an eigener und fremder Not. So, wie ich bin, darf ich zu ihm kommen und bei ihm sein. Wie zu einem guten Freund. Ich darf nicht nur bei ihm sein, sondern er legt mir auch noch den Arm liebevoll um die Schulter. Und er sagt erst einmal gar nichts.

Auch ich muss nichts sagen. Ich darf einfach da sein. Und langsam fange ich an, mich selber wieder wahr zu nehmen. Langsam merke ich, wie fröhlich, traurig, mutig, ängstlich, glaubend, oder skeptisch ich gerade bin. Wie mich meine Ideen beflügeln oder meine Schuld belastet.
Vielleicht kann ich leise in mich hineinlachen. Oder ich fange laut an zu weinen. Oder ich spüre, wie weh die große Leere im Herzen tut. Oder ich schreie vor Wut, weil ich wieder merke, wie sehr ich verletzt worden bin.

Das ist vielleicht das Joch, das Jesus mir aufgibt: Indem er mich nimmt, wie ich bin, nehme ich in seiner Gegenwart wahr, wie ich bin.
Plötzlich sehe ich mich nicht mehr, wie ich gerne wäre. Oder ich sehe nicht mehr, was andere von mir fordern. Plötzlich sehe ich einen von Gott geliebten Menschen mit Stärken und Schwächen. Plötzlich nützt es niemandem mehr etwas, wenn ich mir oder anderen etwas vormache. Wenn ich das in Jesu Gegenwart aushalte, dann kann ich zur Ruhe kommen. Amen

Fürbitte

Guter Gott, wir bitten dich, um dein Geleit auf unserem Weg durch das Leben, um dein Wort, das uns Kraft gibt, das uns befreit und ermutigt, Tag für Tag. Wir bitten dich für die Menschen,
die Schweres zu bewältigen haben, die müde werden auf ihrem Weg, für die Mutlosen, für die Kranken und Sterbenden.

Vaterunser

Lied: Verleih uns Frieden

 

Segen

Gott segne Dich und behüte Dich. Gott lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf Dich und schenke Dir Frieden. Amen.

Stille

Kerze auspusten

 

Ihre Pfarrerin Silke Höhne