30.März 2020: Neues aus Mavande

CONTAINER: KLEIDER-VERWERTUNG - Was passiert mit den (gebrauchten) Kleidern, die wir nach Mavande schicken?

Mitte März ist der Container angekommen, den wir Ende November auf die Reise geschickt hatten (wie im Eintrag vom 18.März berichtet). Darin waren u.a. 10 Säcke mit gebrauchten, aber guten Kleidern. Das Partnership Committee in Mavande sagt, auch im Namen der ganzen Gemeinde Mavande, herzlichen Dank dafür!

 Empfang Container Inhalt

Heute schrieb mir Pfr. Mwelange, wie die Säcke mit Kleidung verwendet wurden: Sie wurden verteilt an die verschiedenen Kirchen in der Kirchengemeinde Mavande:

  • Mavande (Hauptkirche): 2 Säcke
  • Mavindi: 1 Sack
  • Idete: 2 Säcke
  • Sayuni: 1 Sack
  • Utengule: 2 Säcke
  • Ujange: 1 Sack

Dort sind jeweils nach dem Gottesdienst am 29.März die Kleider versteigert worden. Siehe Bilder:

 Versteigern der von uns gesendeten Kleider  Versteigern der von uns gesendeten Kleider

 Versteigern der von uns gesendeten Kleider  Versteigern der von uns gesendeten Kleider

Bei diesen Versteigerungen wird einerseits auf die Wohlhabenden sozialer Druck ausgeübt reichlich zu bieten, andererseits wird armen Gemeindemitgliedern erlaubt, die benötigten Kleider günstig zu ersteigern, indem die anderen dann nicht mitsteigern.

Das finanzielle Ergebnis: 520 000 Tansanische Schilling, umgerechnet 223 €.

Für den Versand dieser 10 Säcke Kleider im Container haben wir, incl. des Zolls auf gebrauchte Kleider, 222 € bezahlt.

Ich bin selbst verblüfft, dass diese Beträge zufällig fast übereinstimmen. Hätten wir also genauso gut statt der Kleider das Geld, welches wir für den Transport ausgegeben haben, dorthin überweisen können?
Geld ist nicht alles, und ist sicher nicht das wichtigste Kriterium für die Frage, ob es sinnvoll ist, (gebrauchte) Kleider nach Tansania zu schicken. Deshalb hier andere Vor- und Nachteile:

Folgende Vorteile hatte es, dass wir die Kleider geschickt haben:

  • die armen Gemeindemitglieder in Mavande konnten günstig Kleider bekommen
  • wir haben gemeinsam im Team dafür gearbeitet, Mavande zu unterstützen, angefangen bei der Kleiderkammer, welche gerne die Kleider ausgesucht und zusammengestellt hat, über das Verpacken und Beschriften der Säcke, bis zum Transport zum Container Sammel-Ort (bei  Ismaning)
  • die Christen in Mavande erleben, dass wir an sie denken und sie unterstützen
  • wir halten also die Partnerschaft mit Mavande lebendig
  • wir erfüllen damit den ausdrücklichen Wunsch von Mavande, dass wir Kleider statt Geld schicken
  • der Zoll auf gebrauchte Kleider kommt dem tansanischen Staat zugute, kein beabsichtigter Effekt, aber nützlich.
  • Bitte beachten: die Kleider werden dort nicht verschenkt, sondern müssen gekauft werden (wenn auch von den Armen für wenig Geld) - wir schaffen also keine Dumping-Konkurrenz zu den dortigen (Gebraucht-) Kleider-Märkten. Produktion von Alltagskleidern gibt es in Tansania nicht, insofern machen wir durch das Hinsenden auch keine Produktion kaputt. Neue Kleidung (westlicher Art) welche in Tansania verkauft wird, ist üblicherweise billige Ware aus China, aus Kunststoff-Material, kein Wunder dass aus Europa importierte Gebrauchtkleider der chinesischen Neuware gegenüber als Qualitätsware gelten. [anders verhält es sich mit traditioneller tansanischer Kleidung - aber solche senden wir nicht dahin  ;-) ]

Andererseits, wenn wir Geld statt Kleidern senden, hätten wir weniger Arbeit.

Zuletzt noch eine Betrachtung der Menge unserer Sendung

Im Vergleich zu den anderen ev.-luth. Gemeinden im Münchner Osten und Süd-Ost sandten wir von  Jesaja die wenigsten Güter - knapp 1 Kubikmeter gegenüber bis zu 7 Kubikmeter bei den anderen 13 Kirchengemeinden, die in diesem Container  gesendet haben. In diesen Volumina ist der Anteil der Kleider verschieden, wir haben 90% Kleider in unserem Volumen, andere Gemeinden weniger: 2 Gemeinden gar keine Kleider, 6 Gemeinden weniger an Kleidern als wir, und 6 wesentlich mehr Kleider.

Ihr
Jürgen Hain